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1. Kurzbericht von Henning Rech
2. In Ostbayern fiel ein Ballon vom Himmel
3. Bericht mit Bildern als PDF-File
1. Kurzbericht von Henning Rech
Hallo Allerseits,
ich gebe eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Fakten, ein ausfuehrlicher Bericht folgt im Lauf der kommenden Woche, wenn ich auch selbst mehr Informationen habe.
Start: 12:00h (eine Stunde Verspaetung gegenueber dem bereits verlegten Termin um 11:00h). Erfolgreich und ohne Ausfaelle bei schwachem Wind.
Flug: Gipfelhoehe etwa 32 km, Entfernung fast 300 km (!), Landung ca. 15:15 h nahe der Grenze nach Tschechien im Bayerischen Wald bei Chams.
ATV: Empfang ueber mehr als 2 1/2 Stunden bei unterschiedlicher, gegen Ende eher besserer Qualitaet. Beobachtungen des Horizonts, der Wolkenfelder und der Ballone durch eine fernsteuerbare Farbkamera. Mitschnitt des Platzens des ersten Ballons in ca. 30 km Hoehe bei guter Bildqualitaet.
Internet: es waren gegrabbte Live-Bilder im Internet zu sehen, die schlechte Qualitaet war zum Teil auf die sehr schnelle Rotation des Ballons und die dann aus dem Zeilensprungverfahren entstehenden Bewegungsartefakte zurueckzufuehren. Wir werden interessante Bilder des Videomitschnitts nochmals sorgfaeltig erfassen und auf dem Server bereitstellen. Die GPS-Mitschrift erwies sich aus noch unbekannten Gruenden als problematisch, daher waren die angekuendigten Kartendarstellungen nicht verfuegbar.
Ich danke allen, die zu der Mission beigetragen, den Ballon gesucht
oder Empfangsbeobachtungen gemacht haben. Die Nutzlast ist zwar derzeit
(Sa abend) noch nicht geborgen, aber der Landeort ist so praezise bekannt,
dass gute
Hoffnung auf eine Bergung am morgigen Sonntag besteht.
73 Henning
2. In Ostbayern fiel ein Ballon vom Himmel
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(aus dem Rundspruch des DARC-Distrikt Bayern-Ost, Redaktion DJ3TF)
Wer sich für Ballonprojekte mit Amateurfunknutzlast an Bord interessiert, blickte am vergangenen 14. November nach Pforzheim. Dort hatte ein 10köpfiges Team vom Fachbereich Elektrotechnik an der Fachhochschule Pforzheim unter Leitung von Prof. Henning Rech-DF9IC, einen Ballonstart organisiert. Anhand von Packet-Radio-Telemetrie- Signalen konnte man während des Fluges die vom GPS- Satellitennavigationssystem ermittelte Position, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit erfahren. Die Ballone trugen außerdem eine Farbfernsehkamera. Sie war in Blickrichtung fernsteuerbar. Die Bilder des 1 Watt-Senders auf 2329 MHz konnte man über längere Zeit in ATV empfangen.
Einer der Ballons stieg bis auf 32 km Höhe. Das planmässige Platzen des ersten Ballons war live in der ATV-Fernsehübertragung zu sehen. Die typischen, winterlich hohen Windgeschwindigkeiten in der unteren Stratosphäre trieben den Ballon in den über 3 Stunden Flugzeit fast 300 km weit nach Osten in unseren Distrikt.
An diesem Samstag Nachmittag erhielt in Regensburg Prof. Hanns-Hellmuth Cuno-DL2CH einen Anruf von Wolfgang Lipps-DL4OAD, daß einer der Ballone offenbar über dem Gebiet von Regensburg-Cham geplatzt sei. DL2CH hörte auch sofort ein Signal auf der Sondenfrequenz 145.200 MHz. Auf dem Stadtrelais DB0TK konnte Hellmuth umgehend einige Helfer aktivieren, die spontan Hilfe zusagten. Gerd-DG3RAP, Reinhard-DL5RZ und Hans-DL2RL schrieben die PR-Signale der Sonde mit und hielten den zuletzt gemeldeten Locator fest. Hans-DL8KG nahm die Sprachdurchsage mit der genauen Position auf. Wolfgang-DH3KW, Günter-DK9CL und Holger- DO1RH machten sich trotz beginnender Dämmerung mit einem Peilgerät auf den Weg zur gemeldeten GPS-Position und konnten noch bis in die unmittelbare Nähe der Sonde vordringen. Mittlerweile war es dunkel geworden und sie mußten unverrichteter Dinge abziehen.
DL2CH verständigte sicherheitshalber noch die Polizeistationen Cham und Furth im Wald. Beide sagten ihre Hilfsbereitschaft zu. Noch am Abend kam ein Anruf von der Grenzpolizei, daß Reste eines Ballons mit einem aluminiumbeschichteten Karton von einem Beamten gefunden worden war und diese nun im Hof der Polizeistation liegen würden.
Obwohl Hans-DJ4YJ Besuch erwartete, ließ er es sich nicht nehmen,
am frühen Sonntag Vormittag seinen GPS-Empfänger zum Autobahnkreuz
Straubing zu bringen. So blieb dem Suchtrupp, bestehend aus DL2CH, dessen
XYL Ingrid-DL6RK, DL8KG und Erich-DF5RE ein größerer Umweg erspart.
DH3KW und DO1RH waren ebenfalls schon früh unterwegs gewesen und hatten
mittlerweile die Sonde entdeckt. "Den beiden gebührt zweifellos die
Ehre des Auffindens", so DL2CH.
Doch erst am darauffolgenden Montag konnte die Nutzlast, die in etwa
30m Höhe auf Ästen lag, geborgen werden. DK9CL nahm über
die Forstverwaltung Kontakt mit einem "Zapfenpflücker" auf, dessen
Aufgabe es eigentlich ist, reife Tannenzapfen zur Samengewinnung zu pflücken.
Die Bergung wurde schließlich für Dienstag geplant und gegen
7.30 Uhr konnte dann trotz Eis und Schnee die Nutzlast unbeschädigt
geborgen werden. Ulrich-DB4RU brauchte somit den vorbereiteten Pfeil und
Bogen nicht mehr einzusetzen.
Diese spontane Aktivität so vieler Amateure, sowie die Hilfsbereitschaft der Polizei war sehr erfreulich. Besonders positiv war die Tatsache, daß High-Tech zwar gewaltig zum Auffinden beitrug, die Sonde aber mit rein amateurmäßigen Mitteln, also dem Peilempfänger, derart präzise lokalisiert werden konnte, daß sie am nächsten Tag gesehen werden konnte. Mit GPS, meint DL2CH, hätte man noch ganz schön lange suchen müssen, denn die Sonde war nur von einem etwa 4 Quadratmeter großem Fleck vom Boden aus zu sehen.
Congrats allen Beteiligten!
Weitere Informationen und Bilder zu diesem Flug kann man in Packet Radio
in der Rubrik SCHULE sowie im Internet unter der Adresse http://ww2.fh-pforzheim.de/et/
entnehmen.
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