A A T i S

Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V.


Gemeinsame Ballonmission DWD/AATiS
Hohenpeissenberg 23. 10. 1999

Am Samstag den 23. Okt. 99 führten der Deutsche Wetterdienst auf dem Hohenpeissenberg und der Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in Schulen e. V. ein gemeinsames Ballonexperiment durch.

Ballonmission Hohenpeissenberg: Ein früherer Start

An einem mit Wasserstoff gefüllten Wetterballon wurden dabei meteorologische Sonden, eine Brewer/Mast-Ozonsonde und ein GPS-Navigationssystem innerhalb von 2 Stunden auf eine Höhe von 37300 m transportiert, wo der Ballon zerplatzte. Die Nutzlast betrug  2800 Gramm und gelangte an einem Fallschirm wieder unbeschädigt zum Boden (das Bild zeigt einen früheren Start).

Während der gesamten Ballonmission wurden kontinuierlich Daten von Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte (bis zur Tropopause in 11184 m) und Ozon zur Empfangsstation auf dem Hohenpeissenberg gefunkt. Die Daten der GPS-Sonde gestatteten fortwährend eine Ortsbestimmung (geographische Koordinaten, Höhe) des Ballones.

Wegen der ungewöhnlich langen Flugzeit des Ballones wurde das GPS-Navigationszeit nach 3 Stunden abgeschaltet, so dass die genaue Ortsbestimmung in der letzten Phase des Fallschirmabstieges ausfiel. Das systematische Auffinden des Gerätes durch mobile Funkamateure wurde hierdurch erheblich erschwert. Der Fund erfolgte zufällig durch eine bei der Landung vorbeifahrende Familie 165 km vom Hohenpeissenberg entfernt im Raume Straubing/Niederbayern.

Das Experiment war sehr erfolgreich und hatte als Ziel Schülern moderne Telekommunika-tions-verfahren zu vermitteln (AATiS). Für den DWD ist die Koppelung von regelmässig eingesetzten (Ozon-) Sonden mit einer GPS-Sonde (Experimentalversion) für eine durchgehend hochgenaue Höhenbestimmung sehr wichtig.

Die gemessenen Ozon- und Temperaturprofile zeigen eine der Wetterlage und Jahreszeit entsprechende Struktur. Wie der Vergleich mit den langjährigen Mittelprofilen zeigt, waren die Ozonwerte in der stratosphärischen Ozonschicht (15-25 km Höhe) sogar deutlich höher, als das langjährige Mittel.

Sehr klar ausgeprägt ist die sogenannte Tropopause, als Grenze zwischen Tropo- und Stra-to-sphäre. Typischerweise haben hier sowohl Temperatur- als auch Ozonprofil ein Minimum. Die ozonreiche Stratosphäre absorbiert  kurzwellige Sonnenstrahlung („Sonnenbril-le der Erde“) wobei Wärme frei wird. Hierdurch nimmt, anders als in der Troposphäre, in der Stratosphäre die Temperatur mit der Höhe zu, was auch bei dieser Ballonmission gut zu sehen ist.

Ballonmission Hohenpeissenberg: Ballonspur

Der Deutsche Wetterdienst führt am Meteorologischen Observatorium Hohenpeissenberg seit 1967 regelmässige Ozonsondierungen durch und überwacht damit die Entwicklung dieser lebenswichtigen Schicht, die, wie das antarktische Ozonloch, aber auch die langsame Ausdünnung über der nördlichen Hemisphäre zeigen, durch menschliche Aktivitäten (FCKW-Problem) bedroht ist.

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